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Die unbequeme Vergangenheit - Bild 1

Die unbequeme Vergangenheit

Vom Umgang mit Staatsverbrechen in Russland und anderswo - Rezensiert in der SZ von Nicolas Freund

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Beschreibung

Wie umgehen mit einer Geschichte, die von Phasen exzessiven Terrors geprägt war? Kann es eine Aufarbeitung der Vergangenheit geben, wenn als einzige Institution der Geheimdienst den Zusammenbruch der Sowjetunion überdauert hat?

Nikolai Epplée umreißt in seinem fesselnden Buch die Unterdrückungsmethoden der Sowjetherrschaft von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod und die anschließenden Versuche, ihre Opfer zu rehabilitieren. Eine »Versöhnung« von oben spricht die Bürger von Schuld und Verantwortung frei, während Initiativen von unten, wie die im Dezember 2021 verbotene Menschenrechtsgesellschaft Memorial, Millionen von Toten ihre Namen zurückgeben. Vergleichend blickt er auf Länder wie Argentinien, Deutschland, Japan, Polen, Spanien und Südafrika. Ob Schlussstrich, juristische Aufarbeitung oder Wahrheitskommissionen - was lässt sich daraus lernen?

Welche Folgen das Ausbleiben der Vergangenheitsbearbeitung für die russische Gesellschaft hatte, zeigt sich heute dramatischer als je zuvor. Wie dennoch zu einem produktiven Umgang mit der Vergangenheit gefunden werden könnte - das ist Thema dieser eindringlichen Studie, die seit Kriegsbeginn ein Bestseller ist.

Details

Autor/en
Nikolai Epplée, Anselm Bühling
Erscheinungstermin
14.06.2023
ISBN
9783518431054
Seitenzahl
598
Verlag / Label
Suhrkamp

Rezensiert in der Süddeutschen Zeitung von Nicolas Freund

Ein Buch aus Russland über nicht aufgearbeitete Staatsverbrechen der Stalinzeit - und zwar aus dem Jahr 2020? Nikolai Epplées Buch, nun auf Deutsch erschienen, ist eine kleine Sensation. Was hier herausgearbeitet wird, ist Grundsätzliches zum Umgang ganzer Gesellschaften mit Verbrechen und Traumata. Weite Teile des Buches lesen sich wie ein Psychogramm Russlands der Gegenwart. Doch die Analyse weist über die Realität des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hinaus. Es geht auch um die Zukunft, in der sich die russische Zivilgesellschaft den Verbrechen stellen muss, die nicht nur unter der Herrschaft Stalins, sondern nun auch ganz aktuell in ihrem Namen in der Ukraine verübt werden.