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Tausend Aufbrüche - Bild 1

Tausend Aufbrüche

Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er-Jahren - Rezensiert in der SZ von Norbert F. Pötzl

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Beschreibung

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024! Dieses Buch ist die fällige Antwort auf die eingefahrenen Ost-West-Debatten - auf wissenschaftlicher Grundlage, aus gesamtdeutscher Sicht

Die Ost-West-Debatte der Deutschen ist oft von gegenseitigem Unverständnis und Zuspitzungen geprägt. Christina Morina vermeidet die übliche Frontenbildung und rückt - anhand vieler bisher unerforschter Selbstzeugnisse wie Bürgerbriefe, Petitionen und Flugblätter - die Demokratievorstellungen und das Selbstverständnis ganz normaler Bürgerinnen und Bürger in Ost und West seit den 1980er Jahren in den Fokus. Indem die Autorin die Demokratiegeschichte der Bundesrepublik und die Demokratieanspruchsgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik miteinander verzahnt, kann sie maßgebliche Unterschiede und wechselseitige Bezüge im Staats- und Politikverständnis herausarbeiten.

Dabei entsteht ein differenziertes Bild: Viele Bewohner der DDR identifizierten sich mit ihrem Land und dessen "volksdemokratischen" Idealen, blieben dem Staat und seinen Institutionen gegenüber jedoch skeptisch. Diese Staatsferne gepaart mit einem oft provinziell-utopischen Bürgersinn, dessen Potentiale nach der Vereinigung weitgehend ungenutzt blieben, wirkt bis heute nach. Im Zusammenspiel mit einem wiedererstarkenden Nationalismus im Westen entstand so nicht zuletzt auch der Nährboden für den Aufstieg des Rechtspopulismus. Christina Morinas Buch offenbart die Grenzen der westdeutschen Liberalisierung ebenso wie die Vielfalt der ostdeutschen Demokratieaneignungsversuche - ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der gegenwärtigen prekären Lage der Demokratie.

Details

Autor/en
Christina Morina
Erscheinungstermin
19.09.2023
ISBN
9783827501325
Seitenzahl
400
Verlag / Label
Siedler

Rezensiert in der SZ von Norbert F. Pötzl

Ein ziemlich großer Frühjahr- und Sommeraufreger war (mal wieder) der Umgang mit der DDR-Vergangenheit in der Literatur. Dirk Oschmann und Katja Hoyer hatten dazu umstrittene Analysen vorgelegt. Wie wohltuend dagegen, wenn zur Abwechslung mal quellenbasierte Studien mehr auf die Fakten schauen. So wie es die Historikerin Christina Morina mit ihrem Buch "Tausend Aufbrüche" getan hat. In dieser fulminanten Ost- und Westdeutschland vergleichenden Demokratiegeschichte seit den Achtzigern lässt sich vieles lernen über das sehr unterschiedliche Staatsverständnis in Ost und West, warum der Wunsch nach einer neuen Verfassung nach 1990 scheiterte und woran sich ostdeutscher Eigensinn festmachen lässt.