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William Turner: Bild "Sonnenuntergang über einem See" - Bild 1

William Turner: Bild "Sonnenuntergang über einem See"

1840, im Rahmen

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Beschreibung

Exklusiver SZ-Sonderpreis gültig bis 11. Februar 2024.

Turner an der Grenze zur reinen Malerei: Das klassische Sujet des Sonnenuntergangs als diffuse Explosion von Farben und Formen, hinter denen sich die dargestellte Welt allenfalls noch erahnen lässt.
Original: Öl auf Leinwand, Tate Gallery, London.

Wiedergabe mit 8fachen UV-pigmentbasierten Farben im Fine Art Giclée-Verfahren auf Künstlerleinwand, auf einem hölzernen Keilrahmen aufgezogen und mit einer eleganten Massivholzrahmung versehen. Limitierte Auflage 499 Exemplare.

Format 61 x 80 cm (H/B).

 

Leuchtende See, dramatisches Land, weite Himmel: William Turners Bildsinfonien

 Dieser See ist so wenig gegenständlich wie Wasser und Himmel. Farben, so ineinander verschlungen als hätte das Licht sich erhoben, um mit der alles umspannenden, alles durchdringenden Wasserwelt einen leidenschaftlichen Tanz einzugehen: Dies ist im Kern William Turners „Sonnenuntergang über einem See“.

Konturen verschwimmen. Gegenständliches ist nicht mehr Gegenstand dieses Gemäldes. Es ist pure Emotion. Wer je schockverliebt in einem Sonnenuntergang aufging, wer den Wunsch verspürt hat, dieses Licht auch nur einen einzigen Augenblick länger betrachten zu dürfen – den werden William Turners Bildsinfonien zu Herzen gehen. Wer könnte sich diesen Emotionen, dem Theater der Natur und dem berauschenden Gefühl entziehen, die eigene innere Heimat gefunden zu haben? Was Turner da vor unseren Augen so machtvoll entfaltet, ist nicht weniger als ein beinahe faustischer Moment. Dieser Augenblick, den er uns schenkt, er ist so schön, dass nur ein Malergenie wie Turner ihn bannen kann, ohne seine Seele darin zu verlieren. Das ist wahre Kunst und seiner Zeit  weit voraus. 

 Es ist ein harmonischer Dialog zwischen den glühenden Orangetönen des Sonnenuntergangs, dem leuchtenden Widerhall letzter Lichtstrahlen auf dem Wasser, die sich vermählen mit den ocker-schimmernden kleinen Wellen, einem angedeuteten Ufer und den kühlen, bläulich-hellen, nur zu erahnenden Elementen in der Ferne. Sind es Berge? Handelt es sich bei den Schatten im Bildvordergrund um menschliche Gestalten? Alles bleibt im Vielleicht

 Seine hochemotionalen Farbexplosionen, sie verdanken Goethes Farbenlehre ebensoviel, wie dem Vulkanausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, dessen Gewalt die Zeitgenossen erschütterte. Die Vulkanasche, die in die Atmosphäre gelangte, streute das Sonnenlicht und führte zu spektakulären atmosphärischen Effekten in Europa und Nordamerika und fand verblüffenden Widerhall in Turners Werken.

 William Turner und die Romantik, da denkt man unweigerlich an Caspar David Friedrich, bei dem Welt und Natur eine ebensogroße Rolle spielten, doch weitaus gegenständlicher und stets bereit, eine Botschaft zu vermitteln. Friedrichs stille, erhabene Ruhe im Angesicht der Natur kontrastiert mit Turners tumultartigen Farben und der Bewegung in seinen Meeres- und Schiffsbildern.  

 Der romantische Eigenbrötler aus London und der einsame Poet – sie beide sind Botschafter der Natur: Turner malt sie mit leidenschaftlicher Wucht, bei Friedrich erscheint sie vergeistigt. Turner und Friedrich, zwei Stimmen der Romantik, woben ihre eigenen poetischen Geschichten aus Licht und Schatten, aus Stille und Sturm. Beiden ist zu eigen, dass sie uns gerade heute eine Leinwand bieten, auf der unsere Träume zum Leben erwachen. Genau dies macht sie so modern und lässt Ausstellungen wie die derzeit im Münchener Lenbachhaus gastierende „Three Horizons“ von Turners Werken zu Publikumsmagneten werden.

 Wenn Joseph Mallord William Turner uns heute noch so viel zu sagen hat, dann ist dies nicht zuletzt auch das Verdienst der Impressionisten, die er so nachhaltig mit seinen erzählenden Farbwelten beeinflusste. In der Kunst, das lässt sich nicht leugnen, hängt eben alles mit allem zusammen. Doch es war nicht das geografische Abbild, das ihn faszinierte, sondern vielmehr die Suche nach der Seele des Wassers, die Turners Pinselstriche befeuerte.

 Seine Wasserbilder sind nicht nur Gemälde, sondern Sinfonien, in denen Licht, Farbe und Emotionen einen betörenden Tanz eingehen. In der Tiefe der Ozeane und der Wogen seiner Gefühle hat Turner eine Kunst geschaffen, die zeitlos ist und die Seele des Betrachters noch immer in ihren Wellen einfängt.

Susanne Guidera