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Frei

Rezensiert von Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung

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Details

Auflage
5. Aufl.
Autor/en
Lea Ypi, Eva Bonné
Erscheinungstermin
01.03.2022
ISBN
9783518430347
Seitenzahl
332
Verlag / Label
Suhrkamp

Beschreibung

Albanien 1989: Der letzte stalinistische Außenposten in Europa, ein isoliertes Land, das man nur schwer besuchen und noch schwerer verlassen kann. Es herrschen Mangelwirtschaft, Geheimpolizei und das Proletariat. Der Kommunismus hat den Platz der Religion übernommen. Für die zehnjährige Lea Ypi ist dieses Land ihr Zuhause: Ein Ort der Geborgenheit, des Lernens, der Hoffnung und der Freiheit.

Alles ändert sich, als in Berlin die Mauer fällt und in Tirana Enver Hoxhas Statue vom Sockel stürzt. Jetzt können die Menschen wählen, wen sie wollen, sich kleiden, wie sie wollen, anbeten, was sie wollen. Aber die neue Zeit zeigt bald ihr unfreundliches Gesicht: Skrupellose Geschäftemacher ruinieren die Wirtschaft, die Aussicht auf eine bessere Zukunft löst sich auf in Arbeitslosigkeit und Massenflucht. Als das Land im Chaos zu versinken droht und in ihrer Familie Geheimnisse ans Licht kommen, beginnt Lea sich zu fragen, was das eigentlich ist: Freiheit.

In hinreißender Prosa erzählt Lea Ypi von ihrem Erwachsenwerden im poststalinistischen Albanien und einer schillernden Familie, deren Geschichte eng mit der des Landes verwoben ist. Frei ist ein fesselndes Memoir und eine scharfsinnige Reflexion über die Grenzen des Fortschritts und die Last der Vergangenheit, über glänzende Ideale und harte Realitäten. Vor allem aber über die Leben von Menschen, die vom Sturm der Geschichte erfasst werden.

Rezensiert von Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung

Mädchenjahre mit Onkel Enver

Wie hieß Marx’ Lehrer noch gleich? Die kleine Lea grübelt: „Hangel, oder Hegel, ich weiß es nicht mehr.“ „Hangel“, hilft die Lehrerin. Und schon hat Lea wieder etwas gelernt, das Falsche zwar, aber das Falsche kann im stalinistischen Albanien der Achtzigerjahre durchaus das Richtige und Gebotene sein. Deshalb schwärmt Lea für „Onkel Enver“ Hoxha und begreift nicht, warum ihre Eltern partout kein Foto von ihm aufstellen wollen. Sie versteht ohnehin vieles nicht, nur eines weiß sie ganz sicher: dass ihr kleines Albanien das freieste Land der Welt ist. Wie diese Gewissheit 1989 zerbricht, wie Lea die tragische Wahrheit über ihre Familie erfährt, wie auf ihre so beschützte Kindheit eine Jugend voller Erschütterungen und Versuchungen folgt, das erzählt die 1979 in Tirana geborene Lea Ypi voller Menschlichkeit und sanfter Ironie. Unter den zahlreichen Coming-of-Age-Büchern der Perestroika-Zeit ist ihr Memoir vielleicht das lichteste, heiterste, tiefgründigste.