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Die Nacht unterm Schnee - Bild 1

Die Nacht unterm Schnee

Rezensiert von Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung

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Details

Autor/en
Ralf Rothmann
Erscheinungstermin
13.07.2022
ISBN
9783518430859
Seitenzahl
304
Verlag / Label
Suhrkamp

Beschreibung

Winter 1945: Verwundet liegt die sechzehnjährige Elisabeth, ein Landarbeiterkind, in einem Bunker unter der Erde und wird von einem russischen Deserteur gepflegt. Durch das Ofenloch hört sie Schritte im Schnee, und fiebernd stellt sie sich vor, dass dort oben nicht nur alle, die sie kennt und mag, ihre Eltern und Brüder, die Oma aus Danzig, sondern auch ihr künftiger Mann und die ungeborenen Kinder nach ihr suchen und sich über die Trümmer entfernen, ohne zu ahnen, dass sie darunter liegt. Und plötzlich denkt die Vergewaltigte, dass es gut so ist, dass sie nie mehr hinaufwill zu ihnen, zu allem, und für immer in dieser Nacht, diesem Frieden unter dem Schnee bleiben möchte. Aber sie muss ihr Leben zu Ende leben.

In einem atemberaubend geschriebenen Panorama der frühen Nachkriegsjahre zeichnet Ralf Rothmann das Portrait einer Frau, der stets die Angst im Weg steht, während ihr das Durchlittene jedes Gefühl dafür nimmt, welches Leid sie anderen zufügt; einer lebenslang hart arbeitenden Frau und Mutter, die von einem Rummel zum anderen tanzt, um nicht mehr zur Besinnung zu kommen, und vor der man sich doch verneigen muss: weil sich in ihrer Verzweiflung der Wille zur Liebe ausdrückt.

Nach den vielfach übersetzten Romanen Im Frühling sterben (2015) und Der Gott jenes Sommers (2018) schließt der Autor mit Die Nacht unterm Schnee seine Trilogie über den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit in Deutschland ab.

Rezensiert von Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung

Liebe nach dem Krieg

"Die Nacht unterm Schnee" vollendet als letzter Teil Ralf Rothmanns Trilogie, in der die Erbschaft der Gewalt und des Leides nach dem Zweiten Weltkrieg behandelt wird. Die Protagonistin seines neuen Romans, Elisabeth Isbahner, dürfte den Lesern schon aus Teil zwei bekannt sein. Als Einzige ihrer Familie überlebt sie die Flucht vor der Roten Armee, trägt jedoch stets das aus den schrecklichen Erfahrungen entstandene Leid mit sich. Wie kann sie bei allem, was sie erlebt hat, trotzdem lieben, vertrauen, Kinder mit jemandem bekommen? Die Liebe in Zeiten der Gewalt, das ist das zentrale Thema in Rothmanns Werk. In seiner Sprache sucht er Erlösung aus dem Grau der niederdrückenden Geschichte.

Eine ausführliche Rezension von Hilmar Klute lesen Sie hier.