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Die Abenteuerromane

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Details

ISBN
978-3-86497-229-4

Beschreibung

Die Abenteuerromane der Süddeutsche Zeitung eBibliothek

Bestes Futter für das Kino im Kopf: Erzählte Abenteuer, wirklich erlebte Abenteuer, spannende und witzige Abenteuer, Abenteuer aus zweiter Hand, manchmal fantastisch, manchmal politisch, in exotischen Regionen angesiedelt, verwoben mit berührenden Lebensgeschichten – denn das größte Abenteuer ist doch das Leben selbst.

Leseprobe SZ eBibliothek - Die Abenteuerromane epub

Leseprobe SZ eBibliothek - Die Abenteuerromane mobi

 

 

 

 

 

 

Unser Mann in Costaguana

Fünf große Abenteuerromane der Weltliteratur

But it had to be done...das vibrierende Leitwort in Joseph Conrads großem Roman "Nostromo" von 1904. Der Impuls einer gewaltigen Unternehmung, die alle Kräfte mobilisiert, allen möglichen - berechtigten - Einwänden zum Trotz. Der Impuls gilt zweifach, dem Autor und seinem Helden, das Erzählen wird im 20. Jahrhundert noch einmal ein ebenso großes Abenteuer wie das Handeln und Erleben. Conrads Held kommt aus Italien in den erdachten südamerikanischen Staat Costaguana, es gibt eine große Silbermine dort, um die sich kolonialistische Machtkämpfe und Revolutionen entwickeln. Der Held, der sehr gut mit den einheimischen Arbeitern kann, bringt eine Ladung Silber hiemlich auf die Seite, versucht selber eine Karriere. Der moderne Abenteurer muss kein Idealist sein. David Lean, der Schöpfer des "Lawrence von Arabien", hat sich bis zu seinem Tod mit der Geschichte des Nostromo beschäftigt.
Die Helden des Abenteuerromans sind Seefahrer, Forscher, Konquistadoren, Wikinger, Piraten, das Genre ist auf Eroberung in all ihren Variationen ausgerichtet, auf Raub und Unterdrückung - spätfeudale und frühkapitalitische Momente, die im farbigen Kontrast stehen zum Monopolkapitalismus des 20. Jahrhunderts, in dem die Romane geschrieben wurden. Ein deutscher Kämpfer zieht nach Mexiko im Jahr 1547, der Graf Grumbach, er engagiert sich im Kampf gegen den Eroberer Cortez und verliebt sich in eine Indianerin. Leo Perutz erzählt von ihm in "Die dritte Kugel", seinem ersten Roman, veröffentlicht 1915, in einer anderen Kriegszeit. Perutz war ein Meister des historischen Romans, er erzählte so, dass - wie in der "Dritten Kugel" - auch ein Pakt mit dem Teufel darin Platz fand, bezüglich einer Arkebuse.
Ebenfalls in einer Kriegszeit entstanden, in der ersten Hälfte der Vierziger, sind "Die Abenteuer des Röde Orm" des Schweden Frans G. Bengtsson, ein weitgespannter Wikingerroman über einen schonischen Bauernsohn, um das Jahr 1000 herum. Eine Zeit, die von einem wunderbaren Pragmatismus geprägt ist, selbst in der Frage des Glaubens. "Erst seit ich begann, mich an Christus zu halten", erklärt Orm seinen Glaubenswechsel zum Katholizismus, "ist mir alles richtig geglückt. Du brauchst bloß den alten Göttern abzusagen, und statt dessen diese Worte im Mund zu führen: Es ist kein anderer Gott als Gott, und Christus ist sein Prophet." Der Lapsus linguae am Schluss erklärt sich daher, dass Orm ein paar Jahre Rudersklave auf dem Schiff des Andalusiers Almanzur war.
Eine Geschichte vom Rande der Welt und des Genres erzählt Christoph Ransmayr in "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" - wie zwei Wiener Offiziere, Julius von Payer und Carl Weyprecht, sich 1872 auf ihrem Schoner - mit Auxiliardmaschine - aufmachen, um nach der ersehnten Nordostpassage zu suchen. Von allen Abenteuern hat das polare das größte selbstzerstörerische Potenzial, seine Helden bestimmt verzweifelte Absurdität. Das Eis gefriert, das Schiff sitzt fest, die Rituale des Draufgängerischen werden ersetzt durch die des Überlebens. Das Abenteuer des Verschwindens. "Die Schiffe versanken. Die Chronisten schrieben. Der arktischen Welt war es gleich."
Drei Wochen zwischen zwei Welten, in den Fünfzigern, auf dem Dampfer Oransay, der von Colombo nach London fährt. Ein Nullpunkt des Abenteuers, mit einem Jungen, der noch kein Teenager ist und gemeinsam mit seinen Freunden die Tiefen des bürgerlichen ozeanischen Kleinkosmos um sie her erforscht - die vor allem in den Mitreisenden liegen, den dubiosen Figuren am "Katzentisch", an den die Kids verbannt sind. Michael Ondaatje schreibt Abenteuerromane in der Möglichkeitsform, Reisen der Imagination. Die erregendste Passage, aus der Jugend ins Erwachsenensein.  

Fritz Göttler

 

Leo Perutz: Die dritte Kugel

Leo Perutz: Die dritte Kugel

Es ist das Jahr 1547, und die Spanier kämpfen unter General Cortez erbittert um die Eroberung des Aztekenreichs. Mittendrin steckt Graf Grumbach, der noch vor Cortez mit seinen Truppen nach Amerika aufgebrochen ist und sich dort in die schöne Indianerin Dalila verliebt. In faszinierenden Bildern schildert Perutz die Zerstörung einer grausamen Welt durch eine noch grausamere und das Schicksal des Grafen, der inmitten des Grauens sein Gedächtnis verliert. "Es ist eine wilde Geschichte, mit vielen wundervollen Einzelheiten, und was daran Literatur ist, das gibt sich so anspruchsvoll und bescheiden, dass man den Dichter über dem Gedichteten vergisst, und das ist schließlich die Hauptsache." (Kurt Tucholsky)

Leo Perutz wurde 1882 in Prag geboren und übersiedelte 1899 mit seiner Familie nach Wien. In der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zählte er zu den meistgelesenen Erzählern deutscher Sprache. 1938 emigrierte er nach Tel Aviv. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane und Erzählungen und wurde in viele Sprachen übersetzt. Perutz starb 1957 in Bad Ischl.

Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis

Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis

Das Expeditionsschiff der Payer-Weyprecht-Expedition zum Nordpol wird bald vom Packeis eingeschlossen. Nach einer mehr als einjährigen Drift durch alle Schrecken des Eises und der Finsternis entdeckt die vom Skorbut geplagte Mannschaft eine unter Gletschern begrabene Inselgruppe am Rande der Welt, die sie "Franz-Joseph-Land" tauft. Parallel zum Drama der historischen Expedition erzählt Ransmayr die Geschichte des jungen Italieners Mazzini. Mehr als 100 Jahre später gerät der durch seine Beschäftigung mit den Dokumenten und Hinterlassenschaften immer stärker in den Sog dieser Expedition und bricht schließlich ins Eismeer auf, um die Entdeckung jener Inselgruppe nachzuvollziehen. Aber im Verlauf seiner Recherchen verliert sich Mazzini schließlich in den Gletscherlandschaften Spitzbergens.

Christoph Ransmayr, 1954 in Oberösterreich geboren, studierte Philosophie in Wien, wohin er nach Jahren in Irland und auf Reisen zurückgekehrt ist. Erst der Erfolg seines Ovid-Romans, "Die letzte Welt", verhalfen auch diesem Roman zum internationalen Durchbruch. Für seine Bücher, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden, erhielt Ransmayr zahlreiche literarische Auszeichnungen und gehört damit zu den bedeutendsten deutschsprachigen Vertretern postmodernen Erzählens.

Michael Ondaatje: Katzentisch

Michael Ondaatje: Katzentisch

Drei Kinder, zu Beginn der 1950er Jahre, auf einer Seereise von Sri Lanka nach England. Zu der bunt gemischten Gesellschaft an Bord des Luxusdampfers "Oronsay" gehören Außenseiter und andere, manchmal rätselhafte Reisegefährten, nicht zuletzt die aus der noblen Senatorenklasse. Drei Wochen auf See – eine einmalige Gelegenheit für die drei, die zusammengewürfelte Gruppe Erwachsener wie unter einem Brennglas zu beobachten: Den Pianisten, den todkranken Millionär, den Schiffsabwracker, den stehlenden Baron, den Botaniker, den geheimnisumwitterten Gefangenen. Michael Ondaatje, der Autor von "Der englische Patient", zeichnet seine Figuren mit viel Witz und Menschenliebe. Der Mikrokosmos auf dem Meeresschloss gerät so zur Metapher für das Leben selbst.

Michael Ondaatje, 1943 in Sri Lanka geboren, ist holländisch-tamilisch-singhalesischer Abstammung und lebt heute in Toronto. Seit 1971 unterrichtet er dort am Glendon College Gegenwartsliteratur. Mit seinem Roman "Der englische Patient", für den er den Booker-Preis erhielt, wurde er weltberühmt.

Joseph Conrad: Nostromo

Joseph Conrad: Nostromo

Handlungsort ist der fiktive südamerikanische Staat Costaguana, der für das Klischee eines südamerikanischen Staates steht, in dem Bürgerkriege und Diktaturen ständig wechseln. Eine ertragreiche Silbermine zieht europäische Investoren an, deren moderner Industriekapitalismus alle Beteiligten korrumpiert – von der spanischen Oberschicht über die Einwanderer bis zu den verarmten Minenarbeitern. Für den Italiener Nostromo, Titelheld des Romans, bieten die Vielzahl der politischen und wirtschaftlichen Konflikte jedoch die Chance, zu Macht und Wohlstand zu gelangen.

Joseph Conrad, geboren 1857 in der Ukraine, war Sohn polnischer Landadliger. Ab dem 17. Lebensjahr fuhr er zur See und erwarb zwölf Jahre später das Kapitänspatent. Schon damals begann er zu schreiben. Als ein tropisches Fieber ihn zwang, den Seemannsberuf aufzugeben, ließ er sich 1894 als freier Schriftsteller in England nieder. In den folgenden 30 Jahren entstanden seine berühmten Romane und Geschichten. Er starb 1924 in seinem Landhaus in Kent.

Frans G. Bengtsson: Die Abenteuer des Röde Orm

Frans G. Bengtsson: Die Abenteuer des Röde Orm

Orm, Mutters Jüngster, ein wenig verzärtelt, wird von plündernden Nachbar-Wikingern verschleppt. Das Schiff, auf dem die Nordmänner zu ihrem alljährlichen Raubzug gen Spanien fahren, kapern die Mauren. Leider sehen sich die Wikinger eines Tages genötigt, einen ihrer maurischen Widersacher zu erschlagen, und müssen deshalb – nicht ohne ihre aufrichtigen Entschuldigungen an den Kalifen von Córdoba zu richten – fliehen. Zeitlich in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts angesiedelt, gelingt Bengtsson ein spannendes, historisch bemerkenswert genaues und humorvolles Sittengemälde aus der Zeit der Wikinger.

Frans G. Bengtsson, geboren 1894 in Schweden, wurde zunächst als Lyriker, Essayist und durch seine große Biografie Karls XII. bekannt. Weltberühmt aber wurde er durch den "Röde Orm", der auch unter dem Titel "Raubzug der Wikinger" verfilmt wurde. 1954 starb Bengtsson in Stockholm.