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Die Familienromane

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Die Familienromane der Süddeutsche Zeitung eBibliothek:
 
Uwe Tellkamp Der Turm
Katja Petrowskaja Vielleicht Esther
Ernst Penzoldt Die Powenzbande
Joanna Bator Sandberg
Peter Handke Immer noch Sturm
 

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  • Die Familienromane der Süddeutsche Zeitung eBibliothek

    Jeder kennt sie, die unsichtbaren Fäden, die uns an die eigene Familie binden. Autoren wie Peter Handke und Uwe Tellkamp schildern in ihren fein gesponnenen, vielschichtigen Familiendramen, wie sich in den Konflikten und Beziehungen des Mikrokosmos Familie auch die großen gesellschaftlichen Entwicklungen der jeweiligen Epoche spiegeln.

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    Ziegelstein und Apfelbaum

    Fünf große Familienromane der Weltliteratur

    In dem vor Kurzem erschienenen Roman "Liebe und Scham und Liebe" des Amerikaners Peter Orner gibt es einen wunderbaren Satz über den Hausdiener der jüdischen Familie, deren Geschichte Orner erzählt. Er lautet: "Man wird in eine Familie hineingeboren. Aber man wird im Kleinanzeigenteil entdeckt." Mit lässigem, Understatement benennt dieser Satz Fluch und Segen der Herkunft und markiert die beiden Pole, zwischen denen sich das Genre des Familienromans bewegt: Dass man sich seine Verwandtschaft nicht aussuchen kann, dass aber diese Zugehörigkeit etwas ist, dessen Wert uns erst die Zentrifugalkräfte der Moderne und das schwächer werdende Bindegewebe der Tradition so recht vor Augen führen.
    Nicht zufällig sammelt der Großvater im Buch, der als Einwanderer der ersten Generation schmerzlich erfahren hat, was Verlust bedeutet, zwei Dinge: Briefbeschwerer und Telefonbücher. Über letztere sagt er, sie enthielten "die Mathematik Gottes". Das Spannungsverhältnis von Prägung und Schicksal, vom Gewicht des Erbes und der unerträglichen Leichtigkeit des Seins, es bildet sich in diesen beiden Dingsymbolen ab, die geradezu stellvertretend für den Familienroman selbst stehen. Der Briefbeschwerer begegnet uns wieder in Botho Strauß' gerade erschienenem Buch "Herkunft" als ein Attribut der Vaterfigur. Darin eingeschlossen ist der Granatsplitter, der im Weltkrieg das Auge des Vaters durchschlug. Dieser Welt bürgerlicher Gravität und genealogischer Schwerkraft gehört auch Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" an, um den ersten Titel der SZ-Edition zu nennen. Bei Tellkamp versteht sich Familie als überdauernde Instanz, die der Erosion ihrer Werte zu DDR-Zeiten widersteht, sich in einer Art innerer Emigration verkapselt, wie in Harz gegossen.
    Der Versuch, das Land zu verlassen, ohne seine Grenzen zu überschreiten, um es mit einem anderen DDR-Roman, Lutz Seilers "Kruso", zu sagen, bleibt genau so ein Sehnsuchtsmotiv wie die Sammelleidenschaft in Ernst Penzoldts 1930 veröffentlichtem Roman "Die Powenzbande". Hier bunkert die Familie Powenz über Jahre hinweg gefundene Ziegelsteine für das eigene Haus, von dem sie träumt - bis der reale Lebensraum, der Vater, Mutter und acht Kindern zur Verfügung steht, sich durch das wachsende Ziegelstein-Depot bedrohnlich verengt. Der Ziegelstein ist in dieser satirischen Saga einer vital-barbarischen Sippe, deren Name sich nicht zufällig auf "Potenz" reimt, sozusagen der unbürgerliche Briefbeschwerer, mit dem man das Glück zu befestigen sucht. Womit wir beim Telefonbuch wären und also bei den durch Flucht und Vertreibung gekappten Bindungen und losen Anschlüssen.
    "Ich bin als Kreuzung zweier Straßen mit deutschen Namen entstanden, Engels und Karl Liebknecht", schreibt die in Kiew geborene Katja Petrowskaja in ihrem preisgekrönten Roman "Vielleicht Esther". Auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte nutzt die Ich-Erzählerin nicht nur reale Straßen, sondern auch die virtuellen Verkehrswege im Netz. Und konsultiert ein altes New Yorker Telefonbuch als Rechercheinstrument. Der "Treibsand der Geschichte", gleichsam als pulversierter Ziegelstein hat er in Joanna Bators "Sandberg" die polnischen Umsiedler, von denen der Roman handelt, in einem Plattenbauvorort angeschwemmt. Schreiben wir da zum Versuch einer Wiederaneignung.
    In Peter Handkes Prosamonolog "Immer noch Sturm" dagegen ist die Geschichte nicht Treibsand, sondern ein "Teufel". Auf einer Apfelwiese sitzend, ruft ein "Vaterloser" seine Vorfahren herbei. Geisterbeschwörung, nicht Google dient hier der Zusammenführung, und wieder ist die Weltgeschichte Transmissionsriemen der Indivdualgeschichte. Fünf Bücher erzählen vom Sturm der Zeitläufe, der die Stammbäume durchschüttelt. Und vom Mörtel, der das brüchige Familiengefüge zusammenhält.

    Christopher Schmidt



  • Uwe Tellkamp: Der Turm

    Tellkamps Roman über den Untergang der DDR beginnt 1982, endet am 9. November 1989 und konzentriert sich auf eine kleine Außenseitergruppe, die während dieser Jahre in einem Dresdner Villenviertel lebt. Von dort aus verfolgen Anne und Richard den Niedergang eines Gesellschaftssystems. Sie gehören einer Schicht an, die im Sozialismus nicht vorgesehen ist: Sie sind Bildungsbürger. Das System verlangt jedoch Anpassung. Die Alternativen wären Ausreise oder Widerstand. Tellkamp entwirft ein vielschichtiges Panorama der untergehenden DDR, in der die Protagonisten auf die Revolution von 1989 zutreiben. In epischer Sprache, in authentischen Dialogen und dramatischen Szenen gelingt ihm das Kunststück, jene verendende Epoche nicht einfach nur abzuzeichnen, sondern als expressive Traumlandschaft ganz neu zu malen.

    Uwe Tellkamp, 1968 in Dresden geboren, verlor wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ seinen Medizinstudienplatz, setzte aber nach der Wende sein Studium fort. Den Durchbruch als Schriftsteller erlebte er 2004 mit der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises. Für seinen Roman „Der Turm“ erhielt er 2008 den Deutschen Buchpreis.

  • Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther

    Die unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja erzählt, zeigt ungeschützt Herz, zeigt das allgemein Menschliche im Individuellen: der Student Judas Stern, ein Großonkel, verübte 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau. Sterns Bruder, ein Revolutionär aus Odessa, gab sich den Untergrundnamen Petrowski. Ein Urgroßvater gründete in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder. Und dann gab es da noch die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb. Hieß sie wirklich Esther? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Wenn aber schon der Name nicht mehr gewiss ist, was kann man dann überhaupt wissen?

    Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft in Estland und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin. Für ihre Erzählung „Vielleicht Esther“ erhielt sie 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

  • Ernst Penzoldt: Die Powenzbande

    Ernst Penzoldts „Powenzbande“ ist einer der wenigen Schelmenromane in deutscher Sprache. Er zeichnet die Eigenheiten und Merkwürdigkeiten der Powenze, aber auch die ihrer Gegner menschlich, liebevoll und mit großem Witz. Die fröhlichen Lebenskünstler der Powenzbande sind der lebende Widerspruch zu allen bürgerlichen Normen. Der anarchistische Humor dieser Posse auf das deutsche Kleinbürgertum war Penzoldts Antwort auf die Turbulenzen, die ihm sein Plädoyer für die deutsch-französische Versöhnung in der Novelle „Etienne und Luise“ eingebracht hatte: ein langer und durch mehrere Instanzen geführter Prozess sowie scharfe Angriffe aus der deutschnationalen Presse begleiteten die Entstehung der „Powenzbande“.

    Ernst Penzoldt wurde 1892 in Erlangen geboren und starb 1955 in München. Nach dem Studium war er zunächst als Bildhauer, Maler und Grafiker tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg fand er zur Schriftstellerei, die er als seine „Kriegsbeschädigung“ bezeichnete.


  • Joanna Bator: Sandberg

    Auf dem Sandberg, einer heruntergekommenen Siedlung am Rande einer polnischen Kleinstadt, regieren die Frauen. Sie träumen von einem Schwiegersohn aus Castrop-Rauxel, denn wenn sie selbst schon nicht das große Los gezogen haben, sollen wenigstens ihre Töchter glücklich werden. Aber die haben eigene Vorstellungen von Glück. Besonders Dominika, das rebellische, mathematisch hochbegabte Mädchen, das sich aus der Enge der Plattenbausiedlung und den Lebenslügen dort befreien will.

    Joanna Bator, 1968 geboren, studierte in Wrocław Kulturwissenschaft und Philosophie, publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften. Die deutsche Übersetzung ihres Romans „Sandberg“  (2012) durch Esther Kinsky war ein literarisches Ereignis. 

  • Peter Handke: Immer noch Sturm

    Es war der einzige Partisanenkampf innerhalb des Dritten Reiches. 1941 schlossen sich im Bundesland Kärnten Mitglieder der slowenischen Volksgruppe zu bewaffneten Kadern zusammen. Handke hat diesen Freiheitskämpfern mit „Immer noch Sturm“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Selbst unehelicher Sohn einer Kärntner Slowenin und eines Wehrmachtssoldaten, schreibt Handke seine Familiengeschichte auf und verwebt dabei geschickt Wahrheit mit Fiktion. Das wortgewaltige Epos ist als Zeitreise konzipiert. Er spannt einen Zeitbogen von 1936 bis in die fünfziger Jahre hinein und erinnert sich an die Geschichte seiner slowenischen Vorfahren. Angeregt durch nachgelassene Briefe, mündliche Überlieferungen und eigene Erinnerungsbilder folgt er seiner Gedächtnisspur: „Nicht ich lasse euch nicht in Ruhe. Es lässt mich nicht in Ruhe, nicht ruhen. Ihr lasst mich nicht in Ruhe.“

    Peter Handke, 1942 in Kärnten geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Übersetzer und einer der bekanntesten zeitgenössischen österreichischen Autoren. Seine Arbeit zeichnet sich vor allem durch Formenvielfalt, Themenwechsel und die Verwendung unterschiedlichster literarischer Gattungen aus.

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