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Andy Warhol: Bild "A Gold Book - Thank you for being so nice" (1957), Version schwarz-silberfarben gerahmt

Andy Warhol: Bild "A Gold Book - Thank you for being so nice" (1957), Version schwarz-silberfarben gerahmt

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Beschreibung

Das Motiv "A Gold Book" von Andy Warhol (1928-1987) ist angelehnt an das Werk aus dem gleichnamigen Bildband von 1957, das teils handkolorierte Offsetlithografien beinhaltet. Es gehört zu den Frühwerken des Künstlers und verdeutlicht seine illustrative Arbeitsweise in den späten 1950er-Jahren. Dementsprechend kann "A Gold Book" als Verweis auf seine Tätigkeit als Grafiker und Illustrator für Mode- und Lifestylemagazine angesehen werden.

Hochwertige Edition auf Papier. Blattformat 60 x 46 cm (H/B). In handgearbeiteter, schwarz-silberfarbener Massivholzrahmung mit Passepartout, verglast. ars mundi Exklusiv-Edition. Format ca. 66 x 52 cm (H/B). 

©/®/TM 2023 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

 

Andy Warhol – A Gold Book

 

Andy Warhol, der berühmteste Interpret unseres Alltags, ist auch in seinem Frühwerk faszinierend. A Gold Book ist weit mehr als nur ein Blumengruß.

 

Tomatensuppe. Das ikonische, stets geföhnt wirkende, überaus helle Haar, das oft genug eine Perücke war. Die dunkle Sonnenbrille. Und – natürlich – Marilyn Monroe! Muss man mehr Stichworte geben, um einen der aufregendsten Künstler, den Begründer der Pop Art, den Meister der Herrlichkeit des Alltäglichen, zu erkennen? Andy Warhol! Was hier in wenigen Worten die Quintessenz seines Werkes zusammenfasst, ist dennoch nicht mehr als ein erster kleiner Hinweis auf diesen kompromisslosen Ausnahmekünstler.

Andy Warhol – mit Geburtsnamen Andrew Warhola – war Sohn slowakischer Einwanderer. Sein Leben ist so bunt wie seine Pop-Art-Bilder. Man muss nicht allzu viel wissen über den Zeitgeist der 1950er- und 1960er-Jahre New Yorks, um zu ahnen, dass Warhol auch wegen seiner filmischen Performances und den Berühmtheiten, die in seiner Kunstfabrik „Factory“ ein und aus gingen als exzentrisch und wegen seiner Homosexualität gar als skandalös galt.

 Aber lassen wir es langsam angehen. Zum Zeitpunkt der Entstehung von A Gold Book, aus dem das vorliegende Bild stammt, ist Warhol seinen ersten Werken als studierter Grafiker entwachsen, aber längst nicht auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, als Warhol zunächst als einer der best bezahlten Grafiker und nur wenig später als künstlerisches Genie gilt. So fällt auch A Gold Book in eine Zeit, in der Werbegrafiker neue Aufträge akquirieren, indem sie Arbeitsproben an ihre Kontakte und Auftraggeber aus dem Art-Director-Bereich verschicken. Nur, dass dieses aufwendige Akquisitionsmaterial bei Warhol in 100 Exemplaren handgefertigt, golden gebunden und wie ein Geschenk vor allem an den Künstler selbst wirkt. Zu Weihnachten 1957 verschickt er eines seiner Gold Books etwa an Russell Lynes, einem Redakteur bei Harper's. Die meisten der darin enthaltenen Offsetlitographien sind nach Fotografien gezeichnet und zeigen Blüten und Menschen.

Was sehen wir hier? Eine Hand in Umrissen. Entspannt hält sie einen Blütenstiel, aus dem zarte bunte Blüten erwachsen, die dennoch frisch und frisch gepflückt wirken. So weit, so gut. Doch der erste Blick täuscht. Natürliche Pflanzen wachsen nicht in diesen vielfältigen Farben an einem einzigen Stiel. Die abwechselnd roten, gelben und blauen Blüten sind schon in dieser frühen Schaffensperiode Warhols quasi ein Vorgriff auf die später so plakativen Farbexplosionen von Warhols Siebfarbdrucken. Die Blüten sind deutlich schwarz konturiert. Ihre Farbe reicht in den drei zierlichen orangeroten Blüten ein ganz klein wenig, wie unbeabsichtigt, über diese Kontur hinaus, während der Blütenstiel und die übrigen Blütenblätter akkurat farblich gefüllt sind. Fast ist es, als sei diese frisch-bunte Blume befreit von der Notwendigkeit, im Wasser einer Vase zu stehen.

Die Hand wiederum ist eindeutig jung und trotz ihrer Skizzenhaftigkeit ebenso kraftvoll wie der exotische und in vielerlei Hinsicht idealisierte Blumenstiel. Es steckt so viel Neugierde in dem Bild und, ja, auch die Kraft jugendlicher Eroberung. Da verschenkt jemand das Neue, Unbekannte und versteckt es in Form einer harmlosen Blume.

„Andy Warhol – Thank you for being so nice“, lautet die Unterschrift zu diesem Bild – „Danke, dass du so nett bist“. Ist Andy Warhol selbst gemeint? Oder der oder die Beschenkte? Ist es nicht ein wundervoller Gruß an das Bild und seine Blüten selbst? Wir werden es wohl nicht unbedingt erfahren. Und das ist gut so.

Die erregendste Anziehung besteht zwischen zwei Menschen, die sich nie begegnen“, soll er einmal gesagt haben. Abgewandelt könnte man sagen, dass die schönste Anziehung eines Bildes dann besteht, wenn es nie vollständig erklärt werden kann. Und so ist eine Blume eben manchmal eine Blume. Und manchmal eine ganze Welt.

Susanne Guidera