0 0

Ernst Barlach: Skulptur "Kopf des Güstrower Ehrenmals"

Reduktion in Bronze

Lieferzeit 5 – 10 Werktage. Zuzüglich 9,95 € Versandkosten pro Bestellung.
Sie haben Fragen zum Produkt? Kontaktieren Sie unseren Kundenservice!
Alle Preise inkl. MwSt.
Gewicht
5,75 kg
Format
22,5 x 28 x 19 cm (B/H/T) mit Sockel
Material
Bronze (Skulptur), Stein (Sockel)
Mahnmal und Freundschaftsbekundung: Der "Schwebende"

Eines der berühmtesten Werke Ernst Barlachs, der "Schwebende", wurde als Mahnmal für die Opfer des ersten Weltkriegs geschaffen und hing als solches von 1927-1937 in einer Nische des Güstrower Doms. Er ist jedoch auf gleich zweifache Weise auch ein Mahnmal der Freundschaft: Als Gesamtskulptur (Werkverzeichnis 425) wie als Detailguss "Kopf des Güstrower Ehrenmals" (Werkverzeichnis 426).

Dass die Gesamtskulptur überhaupt noch existiert, verdanken wir Freunden Barlachs. Sie ließen kurz nach dem Tod des Künstlers 1938 anhand des noch vorhandenen Werkmodells einen weiteren Guss anfertigen und versteckten ihn, nachdem "Der Schwebende" 1937 von den NS-Behörden als "entartet" klassifiziert, aus dem Dom entfernt und schließlich gar eingeschmolzen wurde. Er hängt heute in der Antoniterkirche in Köln und konnte wiederum genutzt werden, um einen weiteren Guss für den ursprünglichen Standort zu fertigen. So kehrte Barlachs Meisterwerk 1953 in den Güstrower Dom zurück und erinnert dort seither, die Jahreszahlen sind unter ihm in Stein graviert, an die Opfer der Weltkriege von 1914-1918 und von 1939-45.

Der "Kopf des Güstrower Ehrenmals", Barlachs Detailguss aus dem Jahre 1930, ist darüber hinaus ein Dokument einer unmittelbaren Künstlerfreundschaft. Seine Gesichtszüge sind recht eindeutig - obwohl "ohne Absicht", wie Barlach später behauptete - die seiner Künstlerfreundin Käthe Kollwitz. Auch ihr Werk wurde im nationalsozialistischen Deutschland verfemt. 1936 wurden ihre Arbeiten aus der Berliner Akademieausstellung entfernt. Als Künstlerin war sie fortan praktisch nicht mehr präsent. So wirkt der "Kopf des Güstrower Ehrenmals" im Nachhinein wie die Vorahnung einer Schicksalsgemeinschaft: Es ist das Porträt einer Künstlerin, die Barlach freundschaftlich verehrte und die wie er selbst bald schweren Zeiten entgegenging.

Die Besonderheiten dieser Edition:
Aus feiner Bronze, von Hand gegossen im Wachsausschmelzverfahren. Die Form wurde direkt vom Original abgenommen und verkleinert. Limitiert auf 980 Exemplare, einzeln nummeriert, mit Gießereipunze. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Ernst Barlach Gesellschaft. Mit nummeriertem Authentizitäts- und Limitierungszertifikat.

Version auf Steinsockel. Detailguss des "Schwebenden" (WVZ 244, 1927), erstmals ausgeführt 1930 (WVZ 426). Auf einem Steinsockel befestigt. Format mit Sockel 22,5 x 28 x 19 cm (B/H/T), Gewicht 5,75 kg.

 

 

1870-1938, Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner

Ernst BarlachErnst Barlach – geboren am 2.1.1870 im holsteinischen Wedel, gestorben am 24.10.1938 in Rostock – nimmt eine herausragende Sonderstellung innerhalb des deutschen Expressionismus ein. Als Grafiker, Zeichner, Schriftsteller und insbesondere als Bildhauer schuf Barlach Meilensteine der Kunstgeschichte: Barlachs plastische Bildwerke suchen die Grenzerfahrung und deren Darstellung und genau darin liegt ihre besondere Wirkung. Es sind Werke von vielschichtigem Sinngehalt, mit denen er das Wesen des Menschen in den Vordergrund stellte und das, was über dem Ich und den Dingen der Welt steht.

Die Intention Barlachs wurzelt in der Tiefe, im Inneren. Geprägt vom Krieg und schweren Lebensbedingungen erlebt er von hier aus Leiden und Glück. Und immer steht der Mensch im Zentrum seines Schaffens: Ecce homo.

„Ich begehre jedoch nichts anderes als schlecht und recht ein Künstler zu sein. Es ist mein Glaube, dass dasjenige, was nicht durch das Werk auszudrücken ist, durch Formen in den Besitz eines anderen übergehen kann. Immer wieder kreist meine Lust und mein Schaffensdrang um die Probleme des Lebenssinns und der anderen großen Berge im geistigen Bereich.“ (Ernst Barlach)

Ernst Barlach wird 1925 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste, München. 1933 wird er zum Ritter der Friedensklasse des Ordens „Pour le mérite“ ernannt. 1937 entfernen die Nationalsozialisten seine Werke als „entartete Kunst“ aus öffentlichen Sammlungen und Plätzen. Am 24. Oktober 1938 stirbt Ernst Barlach in Rostock.

Heute sind die Werke von Ernst Barlach fester Bestandteil der führenden Museen und Sammlungen und erzielen – soweit verfügbar – auf Auktionen Rekordbeträge.

„Der singende Mann“ wurde die bekannteste Plastik Ernst Barlachs, eine Ikone der Moderne. Weltweit ziert er Bildbände und Plakate, die Urauflage ist fester Bestandteil in den Sammlungen der großen Museen der Welt, u.a. dem Museum of Modern Art (MoMA), New York.