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Paul Klee: Bild „Baldgreis“

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Hochwertige Reproduktion im Fine Art Giclée-Verfahren direkt auf Künstlerleinwand und wie ein Originalgemälde auf einen verstellbaren Massivholzkeilrahmen gespannt. Eine edle Atelierrahmung mit profilierter Echtholzleiste in Schwarz mit Goldkante, matt patiniert rundet den Gesamteindruck vollendet ab. Limitierte Auflage 499 Exemplare. Nummeriert auf einem rückseitig aufgebrachten Zertifikat. Format ca. 76 x 70 cm. Original: Öl auf Gaze auf Karton, 40,5 × 38 cm. Kunstmuseum Basel.
 

 

 

Gold-, Silber- und Kupferschmiede und zudem ab der zweiten Jahreshälfte 1922 der Werkstatt für Glasmalerei, die intensive Arbeit an eigenen Werken. In dieser Zeit prägen geometrische Strukturen und mit diesen verwobene Farbflächen sein  Schaffen und seinen Unterricht.
Die künstlerische Gestaltung von in der Natur vorgefundenen Formelementen sind Merkmale seiner Kompositionen. So auch das 1922 entstandene Meisterwerk Senecio (Baldgreis).
Klee sagte über seine Werke „Wenn bei meinen Sachen manchmal ein primitiver Eindruck entsteht, so erklärt sich diese Primitivität aus meiner Disziplin, auf wenige Stufen zu reduzieren. Sie ist nur Sparsamkeit, also letzte professionelle Erkenntnis, also das Gegenteil von wirklicher Primitivität.“ Sparsamkeit also auch in diesem Bild. Genügsamkeit in der Form: Ein Kreis, Rechtecke, Dreiecke, Kreissektoren. Wäre da nicht das schemenhafte Gesicht hinter dem Kreis, die langgezogene Nase, der angedeutete Mund, der harlekinfarbene, irgendwie schiefe Hals, würde dieses Bild fast anmuten wie eine Mathematikaufgabe.
Aber wie berechnet man Kunst? Die sanften Linien des Kopfes, der Augen sind nicht einfach kubistisch. Milde Orange-, Gold- und Rottöne unterstützen mehr, als dass sie den Eindruck dominieren. Nur zwei kleine dunkle Flecke, da wo der Mund angedeutet ist. Ein fröhlich frohes Bild aus mediterraner Leuchtkraft und uralter Symbolik, die viele Kunsthistoriker an „primitive“ afrikanische Masken erinnerte. Und doch Raum für vielfältigste Interpretationen lässt.
Und der Name? „Senex“ ist im Lateinischen der Begriff für das herrlich altertümliche „bejahrt“, worauf auch der Zusatz
„Baldgreis“ hinzudeuten scheint. Eine Ahnung einer Midlife- Crisis also? Paul Klee ist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 43
Jahr alt und auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Anerkannt von seinen Schülern und nicht verfemt wie nur wenige Jahre
später. Aber vielleicht ist es genau dieser banale Moment, an dem man sich morgens im Spiegel betrachtet und die ersten Anzeichen baldigen Alterns erkennt, die dieses flache Antlitz berührend und unsterblich machen.
Rätselhaft wie die vielfältigen Einflüsse auf sein Werk bleibt auch der Titel. Unergründlich wie eine Maske, intensiv wie der
Blick in die Seele. Ein echter Klee eben. „Kunst“, so sagte Klee einmal „ist ein Erinnern an das Uralte, Dunkle, von dem Fragmente noch im Künstler leben“. Weiter muss man dieses Bild nicht enträtseln, um es zu genießen. Susanne Guidera