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Krimi Noir-Romane im Schuber

Krimi Noir-Romane im Schuber

8 Romane

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Über Moral und Unmoral, Gut und Böse, Gerechtigkeit und Unrecht, Zynismus und Melancholie, Fressen oder Gefressenwerden.
  • Autor/en:8 Noir-Autoren
  • Erscheinungstermin:November 2016
  • Verlag / Label:Süddeutsche Zeitung Edition
  • ISBN:978-3-86497-363-5

55,50

* Alle Preise inkl. MwSt.

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  • „Im Noir-Roman fällt die Menschheit in einer Bar oder in der Dunkelheit dem Wahnsinn anheim.“ Derek Raymond


    Die SZ Edition Krimi Noir versammelt herausragende Noir-Romane und stellt neben amerikanischen Klassikern auch europäische Autoren dieses Genres vor. Sie spannt einen Bogen von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Die Auswahl wartet mit großen Namen auf, aber auch mit Romanen, die jetzt wiederentdeckt werden können.

    Im Noir-Krimi geht es nicht nur um Spannung und plotgeladene Unterhaltung, um schwarz und weiß, sondern um die feinen Abstufungen dazwischen:über Moral und Unmoral, Gut und Böse, Gerechtigkeit und Unrecht, Zynismus und Melancholie, über das Fressen-oder-gefressen-Werden.

    • Die 8 Noir-Romane im Überblick:


      Galveston von Nic Pizzolatto: Der in New Orleans und später in der texanischen Hafenstadt Galveston angesiedelte Roman schildert in der Tradition von Jim Thompson und Charles Willeford die Läuterung des Syndikat-Killers Roy Candy. Sein Leben nimmt eine abrupte Wendung, als ihm vormittags Lungenkrebs diagnostiziert wird und sein Boss ihn abends wegen einer Eifersuchtsgeschichte umlegen lassen will. Bei dem Anschlag rettet er nicht nur sich, sondern auch einen Teenager, mit dem er sich fortan auf der Flucht befindet. Zum Einzeltitel


      Harlem dreht durch von Chester Himes 

      Ein Mann ohne Kopf fährt Motorrad, zwei Polizisten begegnen einer fliegenden Untertasse, und ein Toter erwacht wieder zum Leben … Ein bisschen viel auf einmal, sogar für Harlem, das allerhand gewohnt ist. Die beiden schwarzen Detektive, haben alle Hände voll zu tun, um wiederherzustellen, was in Harlem für Ruhe und Ordnung gilt. Harlem dreht durch zählt zur als Harlem Zyklus bekannten erfolgreichen Reihe von Kriminalromanen rund um die Polizisten Grave Digger und Coffin Ed. Zum Einzeltitel


      Puma von Ulf Miehe: Neun Jahre hat FranzMorgenroth, Fremdenlegionär, Berufsverbrecher, auf den Tag der Entlassung gewartet. Endlich ist es für den Puma soweit. Nun will er den bis ins kleinste durchdachten Coup verwirklichen, zusammen mit dem New Yorker Killerprofi Robert Tomcik und dem Londoner Autoknacker John Maugham. Und da ist noch Billie, die attraktive Tochter eines steinreichen deutschen Panzerfabrikanten und Waffenschiebers. Aber gerade durch sie geht seine Rechnung nicht auf. Zum Einzeltitel


      Abserviert von James M. Cain: Nach einem Autounfall, bei dem ihr Mann ums Leben kommt, sieht sich die schöne Joan gezwungen, ihren Lebensunterhalt als Kellnerin in einer Cocktailbar zu verdienen. In der Bar lernt sie zwei Männer kennen: Einen attraktiven, jungen Herumtreiber und einen wohlhabenden, aber gesundheitlich angeschlagenen älteren Mann, der sie für ihre Aufmerksamkeit mit ungewöhnlichen Angeboten belohnt. Es beginnt eine gefährliche Dreiecksbeziehung. Zum Einzeltitel


      Dunkler Gefährte von Jim Nisbet: Der indisch-stämmige Akademiker Banerjhee Rolf hat es in Kalifornien zu einem schmucken Eigenheim gebracht; in der Biotech-Branche scheinen ihm die Türen offen zu stehen. Doch die Idylle trügt: Eine feindliche Übernahme seiner Firma kostet ihnnicht nur Job undKarriere, auch seinNachbar, Toby Price, ein paranoider Kiffer undTunichtgut, wird merkwürdig kommunikativ, seit irgendjemand unpatriotische Videopamphlete in seinen Pay-TV-Pornokanal einspeist. In Nisbets Welt schützen weder intellektuelle Überlegenheit noch Gutmenschentum vor Kollateralschäden. Zum Einzeltitel


      Die dunkle Unermesslichkeit des Todes von Massimo Carlotto: Eine große Geschichte über Rache und Vergebung: Silvio Contin, Weinhändler in einer venezianischen Kleinstadt, führt ein unbeschwertes Leben mit seiner hübschen Frau und einemkleinen Sohn. Doch eines Tages nehmen zwei Männer bei einemRaubüberfall Frau und Sohn als Geiseln und töten sie kaltblütig. Der Verlust lässt Contin tief fallen, bis ihn 15 Jahre nach der Tragödie ein Gnadengesuch des inhaftierten undmittlerweile schwer kranken Mörders, Raffaello Beggiato, erreicht. Langsam begreift Contin, dass dies die Chance seines Lebens ist: Rache. Zum Einzeltitel


      Ketzerei in Orange von Charles Ray Willeford: Einbruch, Diebstahl, Brandstiftung: Dem selbstgefälligen Kunstkritiker James Figueras ist schier jedes Mittel recht, um seinen Namen als Koryphäe des Kunstbe- triebes verewigen zu können. Als ihm der wohlhabende amerikanische Kunstsammler Cassidy ein Interview mit dem verschollenen, weltberühmten französischen Künstler Jacques Debierue in Aussicht stellt, der plötzlich im sumpfigen Süden Floridas wieder aufgetaucht sein soll, kann er der Versuchung nicht widerstehen, mit einem Handstreich zu unsterblichem Ruhm zu gelangen. Doch Cassidy vermittelt ihm diese Gelegenheit nicht aus reiner Nächstenliebe. Als Gegenleistung will er ein Gemälde von Debierue für seine Sammlung, und James Figueras soll es für ihn stehlen ... und wenn er dafür über Leichen gehen muss! Zum Einzeltitel

       

      Total Cheops von Jean-Claude Izzo: Fabio Montale ist ein kleiner Polizist mit Hang zum guten Essen und einem großen Herz für all die verschiedenen Bewohner der Hafenstadt: für die Italiener, die Spanier, die Algerier und auch die Franzosen. Ob einer Polizist wird oder Gangster, das ist reiner biografischer Zufall. Freund bleibt Freund. Deswegen muss Fabio auch handeln, als zwei seiner Gangster-Freunde ermordet werden. Als die beiden gerächt sind, muss er feststellen, dass das Spiel nach Regeln gespielt wird, die mit Ehre nichts zu tun haben. Von Leuten, denen genauso egal ist, ob einer Polizist ist oder Verbrecher. Dieser Titel ist nur im Schuber erhältlich.  

    • Die dunkle Spielart

      Im April 1841 erschien im „Graham`s Magazine“ mit „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ die erste Kriminalgeschichte überhaupt. Ihr Verfasser, Edgar Allan Poe, entwirft in dieser Shortstory nicht nur den Prototyp einer Detektivgeschichte, deren Erzähltechnik bis heute adaptiert wird, sondern schafft mit C. Auguste Daupin auch einen Hauptdarsteller, der – alle Zeiten überdauernd – immer noch zum Personal vieler guter Kriminalromane zählt: den exzentrischen Amateurdetektiv. Dupins analytische Fähigkeiten führen schließlich zur spektakulären Auflösung des Falls (es war ein wild gewordener Affe), aber ebenso im Gedächtnis bleibt seine beinahe kulthafte Verehrung der Nacht, ein Motiv, das bei anderen Erzählungen Poes noch weitaus mehr Raum einnimmt und das metaphorisch die Abgründe des Menschen und die „Nachtseite der Moderne“ aufzeigt.

      Dieses hin- und hergerissen sein zwischen den Mächten des Hellen und Guten und dem Dunklen und Bösen trieb auch einen seiner größten Förderer um, den Schriftsteller und ersten Übersetzer Edgar Allan Poes: Charles Baudelaire.

      Baudelaire, dessen „Les Fleurs du Mal“ („Die Blumen des Bösen“) Mitte des 19. Jahrhunderts die Lyrik in Europa revolutionierte, beschreibt Großstadt in all ihren Facetten und mit ihr den neuen Typus des Großstadtmenschen, ein von Pessimismus und Melancholie bestimmtes und dem Dasein entfremdetes Individuum, das sich im Irrgarten der eigenen Existenz zunehmend ängstigt.

      Legt man nun die Erzählmotive dieser beiden Seelenverwandten zusammen, und ergänzt sie um das Bild des Poète maudit – dessen Werk sich provokant und selbstzerstörerisch dem Geschmack der Mehrheit entgegenstellt und dessen Leben selbst von Zerrissenheit geprägt ist - dann lassen sich Roman-Figuren denken, die dem von seinen Zeitgenossen als zügellos und lasterhaft beschriebenen Charakter Edgar Allan Poes und jenem des Drogen- und alkoholabhängigen Revolutionärs Baudelaire nicht unähnlich sind. Und man erhält das natürliche Habitat des Noir-Protagonisten mit seinem zwischen Nihilismus, Zynismus und Melancholie changierenden Seelenzustand.

      Was nun noch fehlt, ist das dazugehörige Klang-Bild, um die dunkle Spielart des Kriminalromans vollends zum Leben zu erwecken.

      „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ wurde 1932 verfilmt. Für die Bilder war Karl Freund verantwortlich, einer der bedeutendsten Kameramänner des expressionistischen Stummfilms in Deutschland, Erfinder der entfesselten Kamera und der scharfen Hell-Dunkel-Kontraste, der mit Filmen wie „Der letzte Mann“, „Metropolis“ oder „Berlin – Sinfonie der Großstadt“ Meisterwerke der Filmkunst geschaffen hat.

      Ohne ihn und Regisseure wie Fritz Lang, Billy Wilder oder Max Ophüls, um nur einige zu nennen, wäre der Film Noir, so wie wir ihn heute kennen, undenkbar. Im Hollywood der frühen 1940er Jahre waren es vor allem europäische Filmemacher, die die visuellen und thematischen Grundlagen für den Film Noir legten. Aber die wirklich großen Stoffe lieferte die amerikanische Hardboiled-Kriminalliteratur.

      Dashiell Hammets „The Maltese Falcon“ bot die Vorlage für John Hustons „Spur des Falken“, und auch die meisten Romane von Raymond Chandler, dem Schöpfer von Privatdetektiv Philip Marlowe, wurden verfilmt, ebenso wie die Werke von Cornell Woolrich („Das Fenster zum Hof“) oder James M. Cain.

      Dies war der Beginn eines überaus regen Austauschs von Gedanken und Ideen über Kontinente hinweg, der nicht nur den Film oder die Literatur betraf, sondern auch die Philosophie, die Musik, die Bildende Kunst.

      Der französische Verlag Gallimard verlegte ab 1945 mit der Série noire die wichtigsten Hardboiled-Autoren in französischer Sprache, und die Filmregisseure Pierre Chenal und Luchino Visconti adaptierten unabhängig voneinander James M. Cains „The Postman Always Rings Twice“ (Wenn der Postmann zweimal klingelt). Die Nouvelle Vague, der italienische Neorealismus oder die vom Existenzialismus beeinflussten Filme von Jean-Luc Godard, François Truffaut oder Claude Chabrol, alle profitierten sie von dieser neuen Art des Erzählens und auf faszinierende Weise verschmolzen Hoch- und Populärkultur sowohl in Amerika als auch in Europa.

      Und um den Begriff des Klang-Bilds endlich näher zu erläutern: Während sich die europäischen Existenzialisten in Harlem herumtrieben, um die Schwarze Clubkultur und Musik zu entdecken, feierte Miles Davis in Paris Triumphe.

      Jazz und Noir, das gehört unbedingt zusammen – legendär sind Miles Davis Soundtrack zu Louis Malles „Ascenseur pour l'échafaud” („Fahrstuhl zum Schafott“) oder Martial Solals großartige Filmmusik zu „À bout de soufflé” (“Außer Atem”) von Godard, in der sich die Musik auf so unvergleichliche Weise mit den Alltagsgeräuschen von Paris verbinden. Aber „Crime-Jazz“ ist nur einer der zum Noir passenden Musikstile, Rock-, Blues-, Country- oder Rap-Musik sind ebenso stilbildend und liefern den Sound für viele der Neo- und Country-Noir-Filme der Gegenwart. Unverändert inspirieren sich unterschiedliche Kunstgattungen und Kulturen gegenseitig und die Anfänge des Noirs fungierten, das darf man wohl sagen, als Katalysator.

      Das bildet auch die vorliegende Auswahl ab. Sie stellt nicht die wichtigsten und bekanntesten Werke des Krimi-Noir zusammen, denn die sind alle hinreichend gelesen und rezipiert. Vielmehr folgt sie der eben beschriebenen Spur, stellt Verbindungen zwischen dem amerikanischen und europäischen Noir her und versammelt herausragende Romane aus beiden Kontinenten. Beginnend mit James M. Cains letztem und lange verschollenen Roman „Abserviert“, führt sie in das  Harlem der frühen 1960er Jahre, stellt mit Ulf Miehes „Puma“ einen der wenigen deutschsprachigen Noir-Romane vor und besucht Fabio Montale, einen kleinen Polizisten mit Hang zum guten Essen, in Marseille. Massimo Carlottos “Die dunkle Unermesslichkeit des Todes” ist ebenso beklemmend und grandios, wie der Titel es vermuten lässt, und mit Charles Willeford, Jim Nisbet und Nic Pizzolatto wird die ganze Bandbreite des amerikanischen Noir erlebbar.

      Die ausgewählten acht Titel sind – wie es sich gehört – voller zwielichtiger Gestalten, dunkler Ecken und trauriger Helden. "Der Krimi”, so hat es James Ellroy mal ausgedrückt, “ist ein Filter für das negative Potenzial, das man in sich trägt." Noir aber ist mehr. Als Leser kann man sich Mal auf diese, Mal auf jene Seite schlagen und insgeheim die Untiefen der eigenen Persönlichkeit ausloten. Und nicht selten zerfließt die widersprüchliche Weltanschauung des Helden mit der eigenen. Was entweder Entsetzen oder wohlige Schauer auslöst.

      Peter Graf
      Herausgeber


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